„Alltagshelden“ im Seniorenheim

Leiterin des Seniorenparks Altusried über den gemeinsamen Weg durch die Krise

Foto: Sabine Mikschl

Foto: Sabine Mikschl

In Zeiten der Corona-Krise ist immer wieder von „Helden“ die Rede. Oft sind damit Pflegekräfte gemeint, die sich trotz enormer physischer und psychischer Belastung unermüdlich um pflegebedürftige, alte und kranke Menschen kümmern. Sabine Wolf, die Leiterin des Seniorenparks der AllgäuPflege in Altusried, berichtet von ihren ganz speziellen „Alltagshelden“, die seit Wochen dazu beitragen, die Krise zu meistern.
 
„Das Besuchsverbot, das für Altenpflegeeinrichtungen und damit auch für unseren Seniorenpark galt, hat uns vor besondere Herausforderungen gestellt. Wir überlegten uns im Team, durch welche Aktivitäten, Gruppen- und Einzelangebote und zusätzlicher Aktionen die Zeit der Trennung von den Angehörigen überbrückt und ausgefüllt werden kann.“

So seien den Bewohnern in vielen Einzelbetreuungen Gespräche angeboten worden. „Dabei konnte man über die gegenwärtige Situation sprechen oder sich einfach nur trösten lassen. Diese gemeinsame Zeit war für die Bewohner enorm wertvoll.“ Eine schmerzhafte Lücke habe bei vielen Bewohnern der Wegfall des wöchentlichen Besuchs durch das Musische Zentrum Altusried gerissen. „Die Stunden des gemeinsamen Musizierens und Singens sind sehr beliebt“, so die Einrichtungsleiterin. „Musik verbreitet Lebensfreude und bringt auch Entspannung, deshalb haben wir sofort reagiert. Seit mehreren Wochen gestaltet nun unsere Mitarbeiterin Anette Bergler mit ihrem Akkordeon im Rahmen der Lebensbegleitung ein- bis zweimal mal pro Woche musikalische Runden. Dabei wird gesungen, viel erzählt und es werden Sitztänze mit Bewegungen durchgeführt.“ Sehr beliebt sei seit der Einführung auch die wöchentliche Kegelrunde mit der Krönung der Kegelkönigin bzw. des Kegelkönigs. „Dieser feste und wichtige Termin bleibt auch in Corona-Zeiten bestehen und wird mit gewohnter Fröhlichkeit wahrgenommen.“

Ergotherapeutin Sabine Mikschl, die Pflegemitarbeiterinnen Thea Feneberg und Anette Bergler sowie Sabine Wolf selbst setzten vor wenigen Tagen eine nette Überraschungsaktion für die Angehörigen in die Tat um: Dabei wurde eine Hand jedes Bewohners mit Frühlingsblumen verziert fotografiert und daraus jeweils eine individuell gestaltete Karte für die Lieben zuhause gebastelt. Die Freude daran sei bei allen groß gewesen. „Wir erhielten ein enorm positives Feedback“, freut sich Sabine Wolf.

Doch nicht nur die Mitarbeiter sorgen sich um das Wohl der Bewohner, betont sie. „Angehörige erkundigen sich regelmäßig telefonisch, schreiben Briefe, Kindergartenkinder malten Bilder, Näherinnen brachten fast täglich selbstgenähte Mund-Nasen-Behelfsmasken als Spende vorbei, an Ostern machte Pfarrer Strunk zusammen mit einem Bläserchor und Herr Kennerknecht im Garten vor der Einrichtung Musik und die Bewohner konnten bei schönem Wetter auf Terrassen und Balkonen den Konzerten zuhören.“ Am 10. Mai, dem Muttertag, durften die Bewohner dann endlich wieder bei schönstem Frühlingswetter Besuch im Garten empfangen. Anette Bergler spielte zur Feier des Tages nicht nur im Speisesaal auf dem Akkordeon, sondern auch draußen an der Sonne.

„Alltagshelden“, fasst Sabine Wolf zusammen, „das bezeichnet unser ganzes Team. Dazu gehört jeder Einzelne in der Ausübung seiner Funktion. Ich bin stolz auf die wirklich großartige Teamarbeit, gerade in dieser Krisenzeit und bedanke mich bei allen Alltagshelden, auch die uns von außen unterstützt haben und weiterhin unterstützen.“

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