Altentherapeut? Nie gehört. AllgäuPflege setzt auf besondere Fachkräfte

Obwohl es den Beruf des Altentherapeuten schon seit vielen Jahren gibt, gehört er zu den weniger bekannten Professionen in der Pflegelandschaft. Die Zahl der Fachkräfte mit dieser speziellen Ausbildung ist überschaubar. „Leider“, findet Mathias Böhmer Einrichtungsleitung bei der AllgäuPflege. „Mitarbeitende mit dieser Qualifikation sind bei uns sehr gefragt.“ Annemarie Kienzler vom Spital Sonthofen und Sylvia Lorenz von der Seniorenresidenz Blaichach – beides sind Einrichtungen der AllgäuPflege - erläutern, was ihren Beruf ausmacht.

In den Senioreneinrichtungen der AllgäuPflege kommen Pflegekräfte mit verschiedensten Ausbildungen und Aufgabengebieten zum Einsatz. Dazu gehören die klassischen examinierten Pflegefachkräfte, PflegefachhelferInnen, PflegeassistentInnen und AlltagsbegleiterInnen. Auch AltentherapeutInnen sind Fachkräfte mit einer speziellen qualifizierten Ausbildung.

Sylvia Lorenz ist eine von ihnen. Die freundliche 59-Jährige ist zertifizierte Sozialarbeiterin und gerontopsychiatrische Fachkraft. 2008 absolvierte sie die einjährige Vollzeitweiterbildung zur Altentherapeutin bei der Gesellschaft für Gerontologische Berufliche Weiterbildung IGW in Bad Schussenried. „Die Weiterbildung umfasste 1.800 Unterrichtseinheiten, in denen vertiefte Kompetenzen zu Gerontopsychiatrie, Gerontologie, Alterssoziologie, Alterspsychologie und Rechtskunde vermittelt wurden, ebenso wie Mitarbeiterführung, Team- und Konfliktarbeit und vieles mehr“, erklärt sie. Seit dem 1. März bringt sie ihr Wissen als Leiterin des Sozialen Dienstes in der Seniorenresidenz Blaichach ein. Annemarie Kienzle ist bereits seit 2016 als Altentherapeutin bei der AllgäuPflege im Spital Sonthofen im Einsatz. Sie hatte zuvor viele Jahre Berufserfahrung als examinierte Altenpflegerin gesammelt.

„Unsere Arbeit ist sehr vielseitig“, sagen die beiden Frauen. „Wir strukturieren und organisieren in Absprache mit der Einrichtungsleitung und der Pflegedienstleitung den Monats-, Wochen- und Tagesablauf in den Wohngruppen - also: wann findet was, wo, mit wem und mit welchen Hilfsmitteln statt? – und arbeiten auch selbst in den Wohngruppen mit. Beispielsweise führen wir unter krankengymnastischen, ergotherapeutischen und logopädischen Gesichtspunkten Übungen für das Gedächtnis und verschiedene Sinne, Balance-Training oder Übungen zur Sturzprophylaxe durch. Das kann in Gruppen stattfinden, oder, wenn Bewohner nicht mehr in die Gruppen kommen können oder dies nicht möchten, auch einzeln. Zudem entwickeln wir besondere Betreuungsangebote wie etwa Sing, Bastel- und Spielenachmittage, ebenso wie Angebote zur Erhaltung und Förderung alltagspraktischer Fähigkeiten. Zum Beruf gehört auch die Entwicklung von Konzepten zur Betreuung von Menschen mit Demenz. Zudem stehen wir für Angehörigengespräche zur Verfügung.“
 
Mathias Böhmer sagt: „Mit den Altentherapeuten haben wir weitere, wichtige qualifizierte Kräfte mit einem breiten Kompetenzspektrum im Team. Dadurch können wir eine sehr hochwertige Betreuung anbieten. Für Sylvia Lorenz und Annemarie Kienzler ist es einfach ein schöner, erfüllender Beruf und sind sie sich einig. Sylvia Lorenz: „Für mich ist es wie eine Berufung. Ich gehe gern zur Arbeit und fast immer mit dem schönen Gefühl, etwas menschlich Sinnvolles getan zu haben, nach Hause.“