Karrierechance genutzt

Florian Adolf ist ein echtes Eigengewächs der AllgäuPflege. Der 35-Jährige machte dank seines beeindruckenden Engagements und der großen Unterstützung durch seinen Arbeitgeber eine wahre Bilderbuchkarriere. Diese begann vor genau 15 Jahren mit einem Praktikum und Zivildienst und mündete in der Leitung des Spital Immenstadt. Anlässlich des Jubiläums wirft Florian Adolf einen Blick zurück auf seinen raschen Aufstieg, den er manchmal selbst kaum glauben kann, wie er im Gespräch zugibt.

Foto: Rebecca KaiserUlrich Gräf, der Geschäftsführer der AllgäuPflege gGmbH (rechts im Bild), gratuliert seinem langjährigen Mitarbeiter zum 15-jährigen Dienstjubiläum. „Wir sind sehr glücklich, dass wir Herrn Adolf in unserem Team haben“, so Gräf. „Es war von Anfang an deutlich zu sehen, welch großes Potenzial er hat. Das haben wir gerne gefördert. Zugegebenermaßen haben wir ja auch etwas davon, nämlich eine hervorragende Führungskraft, die unser Unternehmen von der Pike auf kennt.“

„Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Nach der Schule hatte ich eine Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht“, erinnert sich Florian Adolf. Als danach der Zivildienst auf dem Plan stand, bewarb sich der damals 19-Jährige beim Spital Sonthofen als Zivildienstleistender für den Hausmeisterbereich. „Weil es dafür aber keine freie Stelle gab, nahm ich das Angebot an, meinen Zivi stattdessen in der Pflege zu machen.“ Zuvor schnupperte er ein halbes Jahr lang als Praktikant in den Pflegealltag hinein. „Ganz unbedarft und ohne Berührungsängste“ sei er an die Sache herangegangen, sagt der gebürtige Sonthofer. „Ich habe mich sofort daheim gefühlt und ganz schnell gemerkt, dass diese Art von Tätigkeit genau mein Ding ist.“ Als logische Konsequenz absolvierte er danach die Ausbildung zum examinierten Altenpfleger und arbeitete als Bezugspflegekraft im Spital in Sonthofen.

„Als ich zu Verena Fleischer, der stellvertretenden Geschäftsführerin der AllgäuPflege sagte, dass ich mich gerne noch weiterbilden möchte, rannte ich damit offene Türen ein.“ Florian Adolf biss sich neben seiner Berufstätigkeit durch die achtzehnmonatige Zusatzausbildung zur Leitenden Pflegefachkraft. Als wäre das nicht genug, sattelte er im Anschluss noch die jeweils sechsmonatigen Zusatzqualifikationen zur Pflegedienstleitung und zur Leitung von Einrichtungen der Pflege und für ältere Menschen obendrauf. „Das war schon knackig“, gibt er rückblickend zu. „Aber es war alle Anstrengungen wert. Ich bin unglaublich dankbar, dass mir das alles ermöglicht wurde. Denn es ist keineswegs selbstverständlich, dass ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter zwei Jahre lang bei einer berufsbegleitenden Weiterbildung unterstützt und auch noch die Kosten für die Ausbildung trägt.“ In der Folgezeit brachte es Florian Adolf vom Pfleger zunächst zum stellvertretenden Pflegedienstleiter (PDL), später zum Leitenden PDL und schließlich zum Einrichtungsleiter in der damals neu gegründeten Seniorenresidenz Blaichach mit 40 Betten. Seit 2018 leitet er das Spital Immenstadt mit 98 Betten und rund 60 Mitarbeitern. „Dass man mir diese verantwortungsvolle - und durchaus auch respekteinflößende - Aufgabe zugetraut hat, hat mich unheimlich gefreut. In manche Bereiche musste ich mich erst reinfuchsen, aber das Führungsteam hat mich sehr unterstützt und hatte immer ein offenes Ohr. Die Arbeit macht mir riesigen Spaß.“

Mein Mitarbeiterstamm ist stabil, freut er sich. Letzteres liegt sicher nicht zuletzt an seinem Führungsstil, den er selbst als „herzlich, zugänglich, wertschätzend und verständnisvoll“ beschreibt. „Weil ich selbst aus der Pflege komme, weiß ich, was die Leute da draußen Tag für Tag leisten. Ich bin einfach ein Teamplayer - ohne meine tollen, engagierten Teams wäre ich nichts.“ Übrigens hat Florian Adolf durch die Arbeit auch sein privates Glück gefunden: „Meine Ehefrau Lisa ist Pflegedienstleitung im Spital Sonthofen. Ohne die Arbeit bei der AllgäuPflege wären wir uns womöglich nie begegnet“. Nach seinen beruflichen Zielen befragt, antwortet der sympathische Allgäuer ohne nachdenken zu müssen: „Die bestmögliche Versorgung für unsere Bewohner. Stabile Teams. Mitarbeiter, die gern zur Arbeit kommen. Und irgendwann eine zusätzliche BWL-Ausbildung“, lacht er. „Aber die kann erstmal warten.“