"Palliativpflege und Sterbebegleitung werden immer wichtiger"

Nadine Küster arbeitet seit fünf Jahren mit großem Engagement und viel Herzblut als examinierte Altenpflegerin in der Seniorenresidenz der AllgäuPflege in Blaichach. Auf eigenen Wunsch hat die 24-Jährige nun parallel zu ihrer Berufstätigkeit die Zusatzausbildung zur Palliativ Care Fachkraft absolviert. Hiervon profitieren nicht nur die betreuten Senioren und ihre Angehörigen, auch das gesamte Management der AllgäuPflege beglückwünscht die Mitarbeiterin mit Stolz und Dankbarkeit zu ihrem Abschluss.

Foto: AllgäuPflege
Verena Fleischer, die stellvertretende Geschäftsführerin der AllgäuPflege und Einrichtungsleiterin der Seniorenresidenz Blaichach beglückwünscht Nadine Küster mit einem Blumenstrauß zur bestandenen Zusatzausbildung zur Palliativ Care Fachkraft.

„In meinem Beruf habe ich sehr viel mit schwerstkranken und sterbenden Menschen zu tun“, berichtet Nadine Küster. „Deshalb war es mir ein großes Anliegen, mich auf diesem Gebiet fortzubilden, um noch sicherer und kompetenter mit den Menschen umgehen und sie bestmöglich in ihrem letzten Lebensabschnitt begleiten zu können.“

Die Zusatzausbildung zur Palliativ Care Fachkraft absolvierte Nadine Küster an der Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe in Kempten. Im Lauf eines Jahres standen viermal eine Woche Blockunterricht mit insgesamt 160 Unterrichtsstunden auf dem Plan. Die Kosten für die Schulung trug die AllgäuPflege.

Ein wichtiger Part der Ausbildung besteht in palliativmedizinischen und -pflegerischen Themen. „Dazu gehört etwa das Wissen über bestimmte Krankheitsbilder und den Umgang damit, Möglichkeiten der Schmerztherapie, Ernährung im Palliativbereich und vieles mehr“, erläutert Nadine Küster. „Zudem wurden kulturell-gesellschaftspolitische, psychosoziale, spirituell-religiöse und rechtlich-ethische Themen behandelt. Dazu gehören Dinge wie: `Wie kann und sollte die Kommunikation mit den Betroffenen und ihren Angehörigen in palliativen Situationen aussehen?´, `Wie kann ich als Pflegekraft Unterstützung geben bei Angst und Schuldgefühlen?´. Sehr wichtig ist auch der Beistand bei ethischen Entscheidungsfindungen, wie z.B. der Frage `Wann darf man als Angehöriger oder Arzt den Gedanken zulassen, nicht mehr mit allen medizinischen Möglichkeiten gegen die letzte Lebensphase anzukämpfen, sondern den Dingen ihren Lauf zu lassen?´“

In ihrem pflegerischen Alltag sieht die gebürtige Blaichacherin viele Anwendungsmöglichkeiten für ihr neu erworbenes Zusatzwissen. „Ich bin nun stärker in der Lage, eine kompetente beratende Funktion gegenüber den Angehörigen und auch den behandelnden Ärzten einzunehmen. Zudem stelle ich mein Wissen selbstverständlich dem Kollegenkreis zur Verfügung.“ Dies gebe dem gesamten Team ein wertvolles Plus an Sicherheit im Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Bewohnern.

„Wir freuen uns sehr, dass Frau Küster diese Zusatzausbildung gemacht hat“, sagt Verena Fleischer, die stellvertretende Geschäftsführerin der AllgäuPflege und Einrichtungsleiterin der Seniorenresidenz Blaichach. „Palliativ Care Fachkräfte sind in allen unseren Einrichtungen sehr wichtig, da die Palliativversorgung und Sterbebegleitung einen immer größeren Raum in der täglichen Arbeit einnimmt. Da ist es wichtig, die entsprechenden Strukturen zu schaffen und dem Personal die nötige Sicherheit im Umgang mit schwerstkranken Menschen zu geben.“

Bei der Fortbildung habe sie erneut erfahren, wie wichtig auch die Selbstpflege für die Pflegemitarbeiter sei“, ergänzt Nadine Küster. „Ich selbst versuche, nach Dienstende alle Gedanken an die Arbeit und die Schicksale der Menschen abzulegen und einen gesunden Ausgleich zu schaffen, etwa durch Joggen oder Spazierengehen. Auch die externe Supervisionen, die die AllgäuPflege uns zur Verfügung stellt, helfen mir, die belastenden Situationen zu verarbeiten.“

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