Sonthofer Mittelschüler erleben Altenpflege

„Altenpflege - Was genau bedeutet das denn?“ Mit genau dieser Frage setzen sich seit diesem Schuljahr einige Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Sonthofen auseinander. Sie sind im Rahmen des Unterrichts jede Woche in kleinen Gruppen im Spital der AllgäuPflege in Sonthofen zu Gast.

Drei Schülerinnen der Mittelschule Sonthofen (auf dem Sofa) mit ihrer Lehrerin Christine Peer und der Pflegedienstleitung des Spital Sonthofen, Lisa Adolf (ganz links im Bild).Foto: Rebecca Kaiser, AllgäuPflege gGmbH

Generationenverbindendes Projekt im Spital Sonthofen

Jeden Dienstagnachmittag steht für die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen eine Stunde Praxisübung auf dem Stundenplan. Jeweils zehn bis 15 von ihnen kommen dann zusammen mit einer Lehrkraft ins Spital Sonthofen, um Zeit mit einigen der Bewohner zu verbringen. Begleitet und betreut werden sie dabei von Pflegedienstleiterin Lisa Adolf, der Altentherapeutin Annemarie Kienzler und der Lehrerin der Mittelschule, Christine Peer. Die zwei Pflegeprofis und die Lehrerin beantworten Fragen, erklären Abläufe und unterstützen, wenn nötig, bei der ersten Kontaktaufnahme mit den Seniorinnen und Senioren. „Es erstaunt und freut uns immer wieder, mit wie wenig Berührungsängsten die Mädchen und Jungen auf die älteren Menschen zugehen“, berichtet Lisa Adolf . „Die meisten von ihnen sind sehr offen und fangen unbekümmert Gespräche an. Spätestens bei der ersten gemeinsamen Runde `Mensch ärgere Dich nicht´ ist dann sowieso das Eis gebrochen“, schmunzelt sie.
Im Lauf der generationenübergreifenden Treffen, die das ganze Schuljahr über durchgeführt werden, stehen neben Gesellschaftsspielen auch Spaziergänge, Basteleien oder andere gemeinsame Aktivitäten auf dem Plan. Annemarie Kienzler: „Daraus erwachsen nette Bekanntschaften, die für beide Seiten eine Bereicherung darstellen. Unsere Senioren freuen sich immer, wenn die Jugendlichen zu Besuch kommen um Zeit mit ihnen zu verbringen und auch den jungen Leuten tut der Kontakt gut. Sie erfahren viel über die alten Menschen und erleben das Leben auch einmal von einer anderen Perspektive.“ Auch beim Pflegepersonal seien die Mädchen und Jungen gern gesehen, denn „ihre Anwesenheit bringt immer eine ganz besondere Qualität und Atmosphäre mit sich“, lobt sie. Auch seitens der Mittelschule werde das Projekt, das in diesem Schuljahr bereits zum dritten Mal stattfindet, als positiv bewertet. Lehrerin Christine Peer sagt: „Wir hoffen, dass diese Kooperation auch in den nächsten Jahren beibehalten wird und vielleicht sogar weiter ausgebaut wird.“