„Wir wollen wissen, wo der Schuh drückt“

„Viele Menschen, die in eine Senioreneinrichtung einziehen, scheuen sich, dort Verbesserungsvorschläge oder Kritik zu äußern“, weiß Florian Adolf, der Leiter des Spital Immenstadt. „Dabei sind die Rückmeldungen unserer Bewohner für uns sehr wichtig.“ Um die Hemmschwelle zu beseitigen, hat jede Pflegeeinrichtung laut Gesetz darauf hinzuwirken, dass die Mitwirkung und Mitbestimmung der Bewohnerinnen und Bewohner durch eine Bewohnervertretung erfolgt. Eine Bewohnervertretung setzt sich aus Bewohnern oder ihren Angehörigen zusammen. Sie stehen den Senioren als unabhängige Berater und Interessensvertreter zur Verfügung und sind in engem, konstruktivem Austausch mit der jeweiligen Einrichtungsleitung. Im Spital der AllgäuPflege in Immenstadt wurde gerade eine neue Bewohnervertretung gewählt.


Die neue Bewohnervertretung im Spital Immenstadt setzt sich zusammen aus Brigitte Jörg (Vorstand), Max Sandholz (Stellvertretender Vorstand) sowie Klaus Gress, Liselotte Mayer und Marianna Häckl. Sie alle wohnen derzeit im Spital. Zu ihren Aufgaben gehört es nun, Anregungen zu Veränderungen im Heimalltag oder auch Beschwerden von Bewohnerinnen und Bewohnern entgegenzunehmen und diese mit der Einrichtungsleitung zu besprechen. Die Bewohnervertretung ist zudem damit betraut, neuen Bewohnerinnen und Bewohner das Einleben zu erleichtern. Dies geschieht etwa durch Besuche, Gespräche, Einbindung in Veranstaltungen oder Anregungen an die Einrichtungsleitung für Maßnahmen zur Erleichterung der Eingewöhnung.

Florian Adolf erklärt: „Wir treffen uns alle zwei Monate mit der Bewohnervertretung zu einer Sitzung. Aber auch zwischen diesen festen Terminen sind wir selbstverständlich stets ansprechbar.“ Er führt einige Beispiele für die Zusammenarbeit an: „Die Bewohnervertreter hatten uns mitgeteilt, dass es in der Cafeteria immer zu hell war für die regelmäßig dort stattfindenden Filmvorführungen. Wir haben diese Anregung aufgegriffen und konnten schließlich mit Unterstützung des Fördervereins eine sehr gute Verdunkelung anschaffen. Ein anderer Fall betraf eine Dame, die sich durch den Geräuschpegel an dem Fahrradständer direkt vor ihrem Zimmerfenster gestört fühlte und dies den Bewohnervertretern mitteilte. Daraufhin haben wir einen neuen Standort für die Fahrradabstellplätze gesucht und gefunden.“ Andere Themen beträfen beispielsweise gewünschte Änderungen im Speiseplan, so Adolf. „Wir sind froh über den engen Austausch und nehmen die Anregungen ernst. Denn nur wenn wir wissen, wo der Schuh drückt oder was gewünscht ist, können wir entsprechend aktiv werden. Das hilft uns, unsere Qualität stetig zu verbessern und eine optimale Gestaltung des gesamten Heimaufenthalts zu erreichen. Schließlich sind unsere Bewohner zugleich unsere Kunden - und die sind nun mal König.“